Sonntag, 12. Januar 2014

Mein Retter

Mein Retter

Los gelaufen, weg gerannt! Ich komme wieder, sehe nichts! Meine Vergangenheit ist weg! Gelöscht und abgebrannt! Wer war ich? Wer bin ich? Wo komm ich her? Wo geh ich hin? Was bleibt, wenn ich nicht mehr da bin?
Keiner wird sich mehr an mich erinnern, keiner mich erkennen und auch keiner mich sehen!
Das Leben geht weiter und nichts passiert! Wie oft wache ich noch auf, ohne jede Erinnerung, ohne Gedanken und ohne Zukunft? Wenn ich nicht weiß, wer ich bin, wie soll ich dann wissen, wo der Weg hin geht!
Ich stehe auf und renne wieder los, renne wieder weg. Weg von mir und weg von hier! Egal wo es hin geht und egal wo ich lande! Am Strand, in der Sonne, auf einem hohen Berg, in einem tiefen Tal oder auf den Meer! Der Morgen kommt, das Gestern geht. Und die Erde dreht sich weiter. Doch ich stehe hier, versuch mich zu erinnern, doch nur Leere und Schwärze. Ich beobachte und bemerke! Dinge, die andere nicht sehen und Dinge, die keiner sehen will. Ich schaue nach vorne und ändere Dinge. Dinge, die andere nicht sehen und Dinge die keiner sehen will! Gehe zu ihnen und stell mich davor, ich verhindere sie! Die Menschen starren mich an und starren durch mich hindurch. Sie können nicht fassen, dass ich mich einmische und mich dazwischen stelle! Oder warum?
Keiner versteht es, keiner will es verstehen! Zuschauen, das können sie, doch eingreifen, das haben sie verlernt. Es wurde verdrängt von wichtigeren Dingen. Dinge, die ich nicht kenne, an die ich mich nicht erinnere.
Sie starren immer noch und ich laufe los, renne weg! Keiner folgt mir, keiner schaut mir nach!
Ich bleibe stehen und schaue zurück, doch keine Menschen, keine Farben, nichts, einfach nichts! Alles ist wieder schwarz. Ich verstehe es nicht und lasse mich fallen! Ich falle tief, doch etwas fängt mich auf. Ich öffne wieder die Augen und sehe dich. Ich sehe dich und weiß, dass ich auch dich wieder vergessen werde. Doch ich will es nicht und fange an zu weinen.
Ich spüre dich! Wie du meine Hand nimmst und dich um mich sorgst! Ich schließe wieder die Augen und merke, dass ich dein Gesicht noch immer sehe und dich auch spüre. Ich höre dich, ich rieche dich! Ich öffne wieder die Augen und du bist immer noch da! Du hältst mich immer noch und schaust mich an. Auch wenn ich dich nicht kenne, du hast mich gefunden und bekommen! Ich weiß nicht, wer ich bin oder wo ich bin! Aber ich weiß, dass ich nur für dich hier bin und deinetwegen geboren wurde! Du bist das, was ich immer gesucht habe und das, was mich in einer Zeit hält. Der, der mich sieht und nicht verschwindet, der mit mir die Zeit besiegt und alles gut macht. Der der immer da ist und mich auffängt, wenn ich falle! Du bist alles, was ich wollte und alles, was ich habe! Von jetzt bis immer und von hier bis überall! Alles, was ich brauchte und was mich am Leben hält. Meine Luft, mein Wasser und meine Nahrung! Ich liebe dich! Mein unbekannter Retter !

© Marie

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